Kapitel 5

Misserfolg der Klimavorhersagen von IPCC-Wissenschaftlern

Differenzierte Vorhersagen, die mit der tatsächlichen Entwicklung übereinstimmen, sind eines der wichtigsten Kriterien effizienter Wissenschaft. Die Protagonisten einer globalen Erwärmung stehen insoweit trotz eines gewaltigen materiellen und personellen Aufwandes mit leeren Händen da. In den achtziger Jahren prognostizierte der Fachwissenschaftler S. Schneider vom National Center for Atmospheric Research in Boulder, Colorado, in seinem Buch "Global Warming" für die kommenden Jahrzehnte einen gewaltigen Temperatursprung, abschmelzendes Polareis, die Überschwemmung von weiten Landstrichen, den Zusammenbruch der Ökosysteme und Hungerkatastrophen unerhörten Ausmaßes. Heute nimmt dies kaum noch jemand ernst. Aber auch Wissenschaftler, die dem IPCC angehören, haben in den achtziger Jahren Klimavorhersagen gemacht, die sie selbst nicht mehr aufrecht erhalten. So hielt C. D. Schönwiese [99], der sich im allgemeinen durch eine kritische Haltung und vorsichtige Formulierungen auszeichnet, noch 1987 einen Temperaturanstieg von 4,5 bis zum Jahre 2030 für möglich, wenn auch als oberen Grenzwert. Für die Deutsche Bucht sagte er als obere Risikoschwelle 1,5 m für den Anstieg des Meerespiegels bis zum Jahre 2040 voraus und für den indischen Subkontinent sogar 2 - 3 m. Wird seine Temperaturvorhersage auf das Jahr 2100 hochgerechnet, so ergibt sich ein Grenzwert des Anstiegs von 11,8 C. Die Villacher Klimakonferenz 1985 kam zu ähnlichen Ergebnissen. Das IPCC selbst sagte noch 1990 und 1992 eine Erhöhung der Globaltemperatur von 1,9 - 5,2 C bis zum Jahre 2100 voraus [100] und hielt eine Erhöhung des Meeresspiegels um 1,10 m für möglich [36].

Alle diese Vorhersagen haben sich inzwischen als unhaltbar erwiesen. Es ist anerkannt, dass die Globaltemperatur in den letzten hundert Jahren nur um rund 0,5 C gestiegen ist. Dabei hat sich die Temperatur in den letzten fünfzig Jahren kaum noch erhöht, obwohl in dieser Zeit 70% des anthropogenen Anteils der Treibhausgase in die Atmosphäre gelangt sind. Von 1940 bis 1970 fielen die Temperaturen, und nach den seit 1979 vorliegenden Satellitendaten, die sehr gut mit Ballondaten übereinstimmen [27], liegt der Trend in der unteren Troposphäre bei -0,06 C pro Dekade. Die Vorhersage des IPPC aus dem Jahre 1992 erwies sich als so unrealistisch, dass sie schon drei Jahre später auf 1 - 3,5 C bis zum Jahre 2100 reduziert werden musste. Bei der Erhöhung des Meeresspiegels erkennt das IPCC [36] inzwischen in Übereinstimmung mit einem Konsens der Fachwissenschaftler [3] an, dass der Anstieg in den letzten hundert Jahren nur 18 cm betragen hat. Nach M. Baltuck et al. [3] ist es sehr wahrscheinlich, dass die Erhöhung des Meeresspiegels in den letzten Jahrhunderten ausschliesslich natürliche Ursachen hatte und nicht durch den anthropogenen Treibhauseffekt beschleunigt wird. Besonders deutlich tritt der Unterschied zwischen den Vorhersagen des IPCC und den beobachteten Daten zutage, soweit es um die Erwärmung der polaren Regionen geht. Die 1990 vom IPCC vorgestellten Allgemeinen Zirkulationsmodelle sagen für die Gebiete in der Nähe der Pole bei einer Verdoppelung des CO2 - Gehalts der Atmosphäre eine Erhöhung der Temperatur von mehr als 12 C voraus [13]. Wäre dies richtig, so hätte sich in den letzten 40 Jahren, in denen das CO2 erheblich angestiegen ist, ein Erwärmungstrend von mehreren Grad Celsius zeigen müssen. Das Gegenteil ist der Fall [20]. Eine gemeinschaftliche Untersuchung amerikanischer, russischer und kanadischer Wissenschaftler hat für den Zeitraum 1950 bis 1990 ergeben, dass sich die Oberflächentemperaturen der Arktis abgekühlt haben, und zwar im Winter um 4,4 C und im Herbst um 5 C [43]. Auch die Satellitendaten, die seit 1979 zur Verfügung stehen, zeigen keine Erwärmung der polaren Gebiete; in der Antarktis ist ein deutlicher Abkühlungstrend von 0,2 zu erkennen [105]. Hiermit stimmt überein, dass nach den Daten des World Glacier Monitoring Network in Zürich 1990 55% der Gletscher in den hohen Breiten vorrückten gegenüber 6% in der Mitte des Jahrhunderts.

Die Unvereinbarkeit der Vorhersagen des IPCC mit dem beobachteten Klima hängt vor allem damit zusammen, dass die allgemeinen Zirkulationsmodelle, auf die sich die Vorhersagen stützen, zu einem Zweck eingesetzt worden sind, für den sie sich nicht eignen. Sie sind ein ausgezeichnetes Forschungsinstrument, wenn es darum geht, überschaubare Detailzusammenhänge, deren Physik sich bereits in grober Form abzeichnet, qualitativ und quantitativ auf Änderungen zu untersuchen, die sich bei Variationen der Einflussgrössen ergeben. Es geht dabei um einen Lernprozess, nicht um weit in die Zukunft reichende Vorhersagen. Die Entwicklung in dem ungeheuer komplexen nichtlinearen Klimasystem der Erde, in dem Atmosphäre, Ozean, Kryosphäre und Biosphäre wechselseitig gekoppelt sind, lässt sich aber nur, wenn überhaupt, für ganz kurze Zeiträume verfolgen. Die allgemeinen Zirkulationsmodelle stützen sich auf den gleichen Typ von nichtlinearen Differentialgleichungen, die E. N. Lorenz schon 1961 zu der Einsicht zwangen, dass langfristige Wettervorhersagen wegen der sensiblen Abhängigkeit von den Anfangsbedingungen unmöglich sind. Bei Klimavorhersagen soll es diesen "Schmetterlingseffekt" aber plötzlich nicht mehr geben, obwohl es nicht um einen Zeitraum von Tagen und Wochen, sondern von Jahrzehnten und Jahrhunderten geht. Einige IPCC-Klimatologen räumen ein, dass hier ein Problem liegt. C. D. Schönwiese [100] führt insoweit aus: "Konsequenterweise müssten wir nun den Schluss ziehen, dass sich Klimaänderungen nicht vorhersagen lassen. Richtig ist an dieser Folgerung nur, dass sich mit Zirkulationsmodellen ... nicht Schritt für Schritt das so vielfältige und komplexe Geschehen der Atmosphäre über die theoretische Grenze von einem Monat hinaus vorhersagen lässt, weder heute noch irgendwann. Es gibt aber noch die Möglichkeit der bedingten Vorhersage. Die Bedingung besteht dabei darin, dass möglicherweise eine bestimmte Ursache innerhalb des vielfältigen Ursache-Wirkungs-Komplexes so stark in ihrer Effektivität anwächst, dass sie gegenüber allen anderen Wirkungsmechanismen klar dominiert. Ausserdem muss das Verhalten dieser einen dominierenden Ursache sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagbar sein." Bei der "bestimmten Ursache", die hier gemeint ist, handelt es sich um den anthropogenen Treibhauseffekt. Es ist aber keineswegs erwiesen, dass dieser gegenüber allen anderen Wirkungsmechanismen, die das Klima verändern, eindeutig dominiert. Die in dieser Arbeit angeführten Ergebnisse sprechen vielmehr dafür, dass die Sonnenaktivität einen viel grösseren Einfluss hat. Der Treibhauseffekt ist auch nicht sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagbar, wie die zitierten Vorhersagen der IPCC-Wissenschaftler zeigen, die mit der Klimarealität unvereinbar sind. Insbesondere ist völlig unsicher, wann eine Verdoppelung des CO2 -Gehalts der Atmosphäre eintreten wird. Zu Anfang wurde das Jahr 2030 als Verdoppelungsdatum angesehen. Jetzt gehen J. P. Peixoto und A. H. Oort [86] von einer Verdoppelung im Jahre 2200 aus. Es wird weiter unterstellt, dass die Weltbevölkerung, die für den anthropogenen Zuwachs des CO2 verantwortlich ist, bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts auf 11,5 Milliarden anwachsen wird. Wie die von der UNO herausgegebene statistische Übersicht "World Population Prospects: The 1996 Revision" zeigt, ist diese Zuwachszahl utopisch und muss scharf nach unten korrigiert werden. !950 - 1955 lag die Fruchtbarkeitsziffer die durchschnittliche Zahl der von Frauen geborenen Kinder weltweit bei fünf. 1975 - 1980 war sie auf vier gesunken. Jetzt liegt die Fruchtbarkeitsziffer im Weltdurchschnitt bei 2,8, und der Trend zeigt ein schnelles weiteres Sinken an. In Europa ist die Ziffer in den letzten zehn Jahren um 20% gefallen und liegt jetzt bei 1,4, also weit unter der Bevölkerungserhaltungsrate von 2,1. Das gleiche gilt für Russland und Japan. Auch die Entwicklungsländer machen keine Ausnahme. In Banglasesch ist die Ziffer in der letzten Dekade von 6,2 auf 3,4 gefallen. Der CO2 - Ausstoss wird also in der Zukunft bei weitem nicht so stark zunehmen, wie bisher angenommen.

Werden die Gleichungen, die das Klimasystem repräsentieren, zum ersten Male mit konstant gehaltener "dominanter" Einflussgrösse Treibhauseffekt integriert, damit das Ergebnis mit der zweiten Integration verglichen werden kann, in welche ein entsprechend angewachsener Treibhauseffekt eingeht, so ist abgesehen von allen anderen Bedenken nur ein vernünftiges Ergebnis zu erwarten, wenn die eingesetzten Gleichungen die Physik des Klimasystemsystems richtig und vollständig erfassen. Davon kann aber zumindest bei dem augenblicklichen Wissensstand keine Rede sein. Es fehlt nicht nur am physikalischen Detailverständnis der vielfach rückgekoppelten Prozesse [114], sondern auch an Daten. Hinzu kommen technische und mathematische Schwierigkeiten. So bemerken J. P. Peixoto und a. H. Oort [86]: "The integration of a fully coupled model including the atmosphere, oceans, land, and cryosphere with such different internal time scales poses almost insurmountable difficulties in reaching a final solution, even if all interacting processes were completely understood." Entscheidend ist aber, dass schon geringfügige Unterschiede bei den Anfangsbedingungen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führen können. C. Wiin-Christensen und A. Wiin-Nielsen [117] haben zu Recht darauf hingewiesen, dass die begrenzte Vorhersagbarkeit, die hieraus resultiert, wegen der Nichtlinearität der Gleichungen der allgemeinen Zirkulationsmodelle unüberwindbar ist.

Inhalt

1) Variationen der "Solarkonstanten" im 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus und klimatische Auswirkungen
2) Gleissberg-Zyklus der Sonnenaktivität und Klimaschwankungen
3) Variation der ultravioletten Strahlung der Sonne und Klimamodelle
4) Kosmische Strahlung, Sonnenwind und Wolkenausbreitung
5) Misserfolg der Klimavorhersagen von IPCC-Wissenschaftlern
6) Zyklen der Sonnenschwingung beeinflussen Sonnenfleckentätigkeit und Klima
7) Zyklus von 36 Jahren in Sonnenaktivität und Klima
8) Zyklen "Kleiner Finger" als Grundlage zuverlässiger Vorhersagen von Sonneneruptionen und Klima
9) Literaturangaben

Der Artikel in englischer Sprache - english version bei Daly, AU

Solar Activity controls El Niño and La Niña neu von Dr. Landscheidt

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