Das Keplersche oder astronomische Fernrohr



Als Johannes Kepler vom Galileischen Fernrohr gehört hatte, bat er Galilei um ein Exemplar davon. Doch Galilei ging mit seinem Fernrohr zum Vatikan - und es ist bekannt was dort mit ihm geschah. Kepler hat 1611 ein eigenes Fernrohr erfunden, das das von Galilei sogar noch übertraf:

Bildkonstruktion Keplersches Fernrohr
vom Harri-Deutsch Verlag großzügigerweise zur Verfügung gestellt

Es besteht wie man sehen kann aus 2 Sammellinsen (Objektiv große Brennweite und Okular kleine Brennweite), wobei der Abstand der beiden Linsen voneinander der Summe der Brennweiten entspricht (F`_ob = F_ok in der Zeichnung). Wenn jetzt wieder paralleles Licht auf das Objektiv fällt, ist der Bildpunkt davon auf der Brennebene des Objektives. Weil diese Brennebene mit der Brennebene des Okulars übereinstimmt, liegt der Bildpunkt auch auf der Brennebene des Okulars. Und ein Punkt der in der Brennebene liegt wird durch eine Linse bekanntlich ins unendliche abgebildet, der Lichtstrahl verlässt das Okular also wieder parallel. Während das Endbild im Galileischen Okular jedoch aufrecht ist, ist das Endbild des Keplerschen Fernrohres umgekehrt, weil sich ja die Lichtstrahlen in der Brennebene kreuzen. In der Astronomie spielt das aber kaum eine Rolle. Wenn man irdische Objekte beobachten will, benutzt man ein terrestrisches Fernrohr. In einem solchen Fernrohr wird das Bild einfach noch einmal umgekehrt, in dem man eine dritte Linse mit einbaut. Auch heute noch sind viele Teleskope nach diesem Prinzip aufgebaut.

Die Vergrößerung v ergibt sich aus f1/f2. Die weiße unterbrochene Linie links vom Objektiv soll eine Blende darstellen - das ist aber nicht so gut gelungen. In diesem Applet ist es jetzt auch möglich die Position des Auges zu verändern..


Mehr Information befindet sich unter GALILEI-Fernrohr.