Die Schulsternwarte des Gymnasiums Bad Kissingen in Bayern

Leiter OStR Kurt Blaschke (Mathematik / Physik / Astronomie) 

Astronomische Aufnahmen:

Interstellare Materie: Orionnebel

 

M42:
Einer der schönsten und am hellsten leuchtenden (galaktischen) Nebeln findet man etwas unterhalb des mittleren Schwertsterns im Sternbild des Orions. Seine Entfernung beträgt etwa 1.600 Lichtjahre, sein Durchmesser ca. 50 Lichtjahre. Teile dieses Nebels werden durch 4 sehr heiße, junge und massereiche Sterne zum Leuchten angeregt (Emissionsnebel), andere Teile leuchten nur im reflektierenden Sternenlicht lichtschwacher anderer Sterne (Reflexionsnebel) am Rande dieser ausgedehnten Molekülwolke.

Diese Trapezsterne im Zentrum des Nebels sind auf üblichen Langzeitaufnahmen (mehr als 200 Sekunden Belichtungszeit) hoffnungslos überbelichtet und deshalb nicht mehr erkennbar, treten aber auf sehr kurzbelichteten Aufnahmen deutlich hervor.

Eine Übersichtsaufnahme des Orionnebels, die die gesamte Ausdehnung dieses Nebels unterhalb der drei Gürtelsterne des Sternbild Orions zeigt. Damit die feinen und sehr schwachen Details in den äußeren Regionen sichtbar werden, wurde eine längerbelichtete Aufnahme angefertigt, so daß das Innere mit den vier sehr heißen und jungen Trapezsternen überbelichtet erscheint. In der rechten Aufnahme können durch eine sehr kurze Belichtungszeit noch Strukturen im Innern des Nebels aufgelöst werden. So sind der Ort der 4 Trapezsterne, die den Nebel zum Leuchten anregen, und etwas unterhalb Stellen sichtbar, an denen neue Sterne vereinzelt oder in kleinen Gruppen geboren werden.

Das Innere des Orionnebels M42, das als Trapez bekannt ist, glüht mit dem feinen Schimmer von ionisiertem Sauerstoff. Obwohl der Nebel hauptsächlich aus Wasserstoffgas besteht, wurden verstreute Sauerstoff- und Formaldehyd-Moleküle in ihm gefunden, ebenso viele andere, darunter Kohlenmonoxid, Wasserstoff, Zyanid, Ammonium, Wasser und Methylalkohol. Es ist noch unklar, wie es die Atome in diesen dünnen Wolken bewerkstelligen, sich zu so komplexen Molekülen zu verbinden. 8 Aufnahmen zu je 15 Sekunden Belichtungszeit wurden im Track and Accumulate Modus (mit diesem Kommando können bis zu 64 kurzbelichtete Bilder aufgenommen, registriert und aufaddiert werden; zwischen jedem Bild wird das Spiegelteleskop bezüglich eines Referenzsternes nachgeführt und somit die mangelhafte Montierung zum Teil kompensiert; durch diese Technik werden die Vorteile einer langen Belichtung ohne mühsames manuelles Nachführen genutzt) wurden am 13.01.1966 um 21.41 Uhr bei sehr klarem Nachthimmel gewonnen und anschließend zu einem einzigen Bild zusammengesetzt

 

Zurück zur Übersicht  

28. Juni 1997 © K.Blaschke

Webmaster: Schulphysik">email: Schulphysik