Aktuelle Naturwissenschaft 

3. Juni 2000 © Schulphysik">email: Schulphysik

Indische Satelliten 
erspähen 
sächsische Waldschäden 
Pressemitteilung Technische Universität Berlin, 10.03.2000
von Ramona Ehret






Daten eines indischen Satelliten liefern Wissenschaftlern der TU Berlin den Beweis, dass die Waldschäden im Freistaat Sachsen wieder zugenommen haben. Mit hoch auflöslichen Bildern können sie die genauen Ausmaße erkennen und dokumentieren. Indische Satellitenbilder liefern jetzt den genauen Beweis dafür, dass der sächsische Wald unter den veralteten Industriebetrieben Nordtschechiens zu leiden hat. Nach der politischen Wende erholten sich zwar die Bestände kurzzeitig, doch die Inbetriebnahme von Fabriken an der Grenze zum Erzgebirge erhöhte die Schadstoffbelastung durch Schwefeldioxid wieder deutlich - erneut sind große Waldflächen abgestorben. Das ist aber nur ein Ergebnis eines Forschungsprojektes, das Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Berlin momentan bearbeiten. Aktuelle Probleme der Forstpflanzung bestimmen weitere Projektziele. In Kooperation mit der Sächsischen Landesanstalt für Forsten werten Mitarbeiter des Instituts für Landschaftsentwicklung Satellitendaten mit hoher Auflösung aus. Die Ergebnisse können mit einem Maßstab von 1:10.000 dargestellt werden. Diese neuartige Qualität ermöglicht es jetzt, Waldschäden genauer zu lokalisieren und den einzelnen Baumarten bzw. Waldtypen zuzuordnen. Dabei gilt das Interesse vor allem den Baumbeständen des Erzgebirges und der Dübener Heide im Freistaat Sachsen. Neben der Sächsischen Landesanstalt fördert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Projektträger des Bundesministeriums das Pilotprojekt in Berlin. "Zunächst wollten wir Daten vom Satelliten MOMS-2P auswerten, doch durch die Pannenserie auf der russischen Raumstation MIR mussten wir umdisponieren. Mittlerweile nutzen wir das indische Satellitensystem IRS-1C", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Hartmut Kenneweg. Es verfügt über räumlich hochauflösende sowie für alle Farbspektren empfindliche Sensoren und liefert Bilder, in denen die sichtbaren Elemente eine Größe von rund sechs mal sechs Meter aufweisen. "Durch die Kombination und den Vergleich unterschiedlicher Datensätze erhalten wir am Rechner detailreiche Bilder", beschreibt TU-Mitarbeiter Bodo Coenradie das Ergebnis. So sind Schneisen, Wirtschaftswege oder größere Bestandslücken, aber auch die Ränder zwischen den einzelnen Waldbeständen visuell gut darstellbar. Die Interpretation der Pixelpunkte erfolgt automatisch. Dieser Vorgang muss jedoch vorher von den Wissenschaftlern definiert und später kontrolliert werden. Die Erkennung von Waldschäden auf den Luftbildern verlangt also ein geschultes Auge. Einheitliche Erklärungen liefert eine Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), an der auch Prof. Kenneweg mitwirkte. In ihr ist exakt festgelegt, wie die Bilder aus der Vogelperspektive zu deuten sind. Sie zeigen für die verschiedenen Baumarten und Schadensstufen den Kronenzustand. Diese so genannte terrestrische Inventur bietet im Gegensatz zu einer Bestandsaufnahme im Waldrevier wichtige Vorteile: Vom Einsatz hochauflösender Satellitendaten erhoffen sich die Fachleute eine Vereinfachung und Kosteneinsparung. Die Vermessung der Waldflächen ist am Rechner außerdem großflächig und exakt möglich. Auch die Gesamtbeurteilung der Schäden gelingt oftmals besser als es die Förster vor Ort können. "Langsam voranschreitende Veränderungen erkennen sie bei ihren täglichen Revierinspektionen nur schwer", so die Erfahrung von Prof. Kenneweg. Neben der einmaligen Bestandsaufnahme von Waldschäden soll nun auch eine Archivbank aufgebaut werden, um die Vergleichbarkeit mit anderen Inventuren künftig zu ermöglichen. Neben der Erstellung des Forstkartenwerks Sachsen eröffnet diese Methode weitere Einsatzfelder: Mit ihr kann man beispielsweise Agrarflächen überwachen und eventuellem Subventionsbetrug in der EU auf die Schliche kommen. Auch bei der Privatisierung von Waldflächen sind Zustandsdaten eine wichtige Bewertungsgrundlage. Ende vergangenen Jahres zeigten die Auswirkungen des Sturms "Lothar", dass vor allem aktuelle Daten von Relevanz sind: Neben der Schadensabschätzung ist besonders eine fachmännische Aufforstung nötig. Denn erst die Urenkel der betroffenen Waldbesitzer werden wieder mit einem gesunden Bestand wirtschaften können, und da sind Bilder aus der Vogelperspektive eine hilfreiche Planungsgrundlage.
  Datenbank Ansprechpartner: Prof. Dr. Hartmut Kenneweg, Dipl.-Geog. Bodo Coenradie, Technische Universität Berlin, Institut für Landschaftsentwicklung Fachgebiet: Landschaftsplanung und -pflege, Naturschutz Forschungsprojekt: "Verbessertes Waldzustands-monitoring mit MOMS-Priroda-Daten" Kontakt: Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, E-Mail: Kenneweg@ile.tu-berlin.de, Tel.: 030/314-73491, Fax: 030/314-23507, Internet: http://www.tu-berlin.de/fb7/ile/fg_natur/forsch/forsch.htm


Wichtige aktuelle Waldzustandsmeldungen bei:
http://www.dainet.de/bfh
http://www.dainet.de/bfh/inst1/12/publications.htm

mm-Physik:
Nun es ist sicher auch eine Frage der Schadensklasseneinteilung. Nach neuer Schadenseinteilung, die schärfere klassifiziert, ist der Vergleich mit "weicheren" früheren Beobachtungen nur bedingt aussagekräftig.
Was bleibt: Schwefel ist nicht mehr so sehr das Problem (sieht man gerade vom Erzgebirge mit tschechischen Braunkohleabgasen mal ab). Nitrose Gase, die u.a. bei Hochtemperaturverbrennunen entstehen werden durch Versauerung der Böden zum neuen Problem. Dazu gehören leider auch die Autokatalysatoren, vor allem auch dann, wenn diese bei Langsamfahrten oder Rasereien nicht im optimalen Betrieb arbeiten können.


Tempolimit will daher wohl durchdacht sein.
Dies zeigte ja auch die flächendeckende Studie in Baden- Württemberg.
So wäre eine Verringerung der Staukolonnen durch Bau neuer Strassen ein vorrangiger Einsatz der Ökosteuer, zumal die ja auch von den gestressten Fahrern genommen wird. Zusätzlich sagt noch ein Gesetz, dass ein fester Prozentsatz der Treibstoffsteuer zum Bau neuer Strassen und deren Renovierung herangezogen werden muss.
Nicht alles kann da in andere Töpfe fliessen!

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