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24. August 2000 © Schulphysik">email: Schulphysik

"Mit der Kraft der Sonne"
Kernfusion - die Energiequelle dieses Milleniums

Französisches Standortangebot für ITER angekündigt
Pressemitteilung Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, 25.07.2000
Von: Isabella Milch

Französisches Standortangebot für ITER angekündigt Die für das Fusionsprogramm zuständige französische Forschungsagentur CEA (Commissariat à l'Energie Atomique) hat ihr Interesse bekundet, als Standort für den Internationalen Thermonuklearen Experimentalreaktor ITER das Forschungsgelände in Cadarache nahe Aix-en-Provence anzubieten. Der Vorschlag wurde bereits an die Europäische Kommission weitergegeben. Zuvor hatte der Hochkommissar für Atomenergie, René Pellat, diesen Schritt auf einem Treffen des Beratungsgremiums für das Europäische Fusionsprogramm angekündigt, der von den übrigen europäischen Delegationen sehr begrüßt wurde. Das französische Forschungsministerium befürwortet einen europäischen ITER-Standort und erhofft sich kräftige Unterstützung der CEA-Initiative. Bernard Frois, Leiter der Abteilung für Energie, Transport, Umwelt und natürliche Rohstoffe im französischen Forschungsministerium, betonte während des Treffens, Frankreich erkenne die ausschlaggebende Rolle von ITER für die Entwicklung der Fusion und sprach den Vorbereitungsarbeiten des internationalen ITER-Teams seine Anerkennung aus - eine Einschätzung, die im Europäischen Fusionsprogramm allgemein geteilt wird. Frois wies zudem auf die Bedeutung des Fusionsprogramms für die Entwicklung von Schlüsseltechnologien und die Europäische Industrie hin. ITER soll erstmals ein brennendes und energielieferndes Plasma erzeugen, dessen Fusionsleistung die für die Heizung des Plasmas aufzuwendende Leistung mindestens um das zehnfache übersteigt. Die Forschungsanlage, die grundlegende physikalische Fragen ebenso beantworten soll wie sie technologische Aufgaben zu lösen hat, ist der entscheidende Zwischenschritt vor dem Bau eines Demonstrationskraftwerks. Nach einer kostenreduzierenden Überarbeitung des ITER-Entwurfs, bei der einige der ursprünglichen Ziele neu definiert wurden, liegen die veranschlagten Baukosten jetzt unter 4 Milliarden Euro. ITER wird von den Fusionsprogrammen Europas, Japans und Rußlands gemeinsam vorbereitet; man hofft, dass die USA - anfangs ebenfalls ein Partner - nach einem Baubeschluss in das Team zurückkehren. Bislang haben die vier Partner rund 1 Milliarde Euro für ITER aufgewendet, insbesondere für die Entwicklung von High-Tech-Komponenten (siehe IPP-Presseinfo 11/99). Ähnlich wie Frankreich hatte zuvor Kanada sein Interesse an einem ITER-Standort erklärt; ein japanisches Angebot wird Anfang nächsten Jahres erwartet. Der Wissenschaftliche Direktor des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP), Prof. Alexander Bradshaw, meinte: "Für das IPP ist der Bau von ITER in Europa die attraktivste Lösung und besitzt daher höchste Priorität. Natürlich würden wir das Projekt in der Bau- und Betriebsphase ebenso unterstützen, falls ein Standort in Kanada oder Japan ausgewählt würde. In letzter Zeit hat sich die ITER-Entwicklung etwas verlangsamt. Der französische Vorschlag kommt daher gerade rechtzeitig und könnte helfen, bald eine endgültige Entscheidung herbeizuführen. Zudem hat zur Zeit Frankreich die EU-Präsidentschaft inne".

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.ipp.mpg.de


Fortschritt bei der Kernfusion: Frankreich bietet ITER-Standort
Pressemitteilung Forschungszentrum Jülich GmbH, 26.07.2000
Von: Peter Schaefer

Über Jahre hinweg stockte der politische Entscheidungsprozess zur Realisierung des nächsten großen Schrittes in der kontrollierten Kernfusion. In einer weltumspannenden Zusammenarbeit sollte längst die Entscheidung zum Bau eines ersten energieliefernden Experimentalreaktors gefallen sein. Dazu hatten die Partner Europa, Japan, Russland und USA das Projekt ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) gegründet. Mit ITER wollen die Forscher demonstrieren, dass die Prozesse, die im Sonneninneren die Energie liefern, auch auf der Erde nachgebildet werden können, um damit eine neue Energiequelle der Menschheit nutzbar zu machen. Die für den Fusionsprozess benötigten Rohstoffe Deuterium und Lithium sind nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich und weltweit gleichermaßen zugänglich. Sauberkeit (kein Treibhausgas) und Sicherheit (keine Kettenreaktion) sind weitere Pluspunkte der Fusionsenergie. Ein neuer Konstruktionsentwurf für ITER liegt nun auf dem Tisch, der die ursprünglich angesetzten Investitionen etwa halbiert, womit Hoffnung besteht, den vor kurzem ausgestiegenen Partner USA wieder mit ins Boot zu bekommen. Mit etwas reduzierten Zielen soll ITER für unter 4 Milliarden Euro gebaut werden, was keine übermäßige Anstrengung für die nationalen Forschungsetats bedeutet würde, angesichts der starken Partner und eines Zeitraums von etwa zehn Jahren für den Bau. Keiner der Partner hatte aber bisher einen Standort für ITER offeriert. Nur der Außenseiter Kanada bot Anfang des Jahres einen attraktiven Bauplatz in der Nähe von Toronto an. Nun haben die Franzosen überraschenderweise offiziell Interesse an einem Standort im südfranzösischen Cadarache bekundet, womit das ITER Projekt wieder deutlich an Fahrt gewinnt. Die deutschen Fusionsforscher begrüßen die französische Initiative und erwarten, dass die Franzosen die Zeit ihrer EU-Präsidentschaft in diesem Halbjahr zur Förderung des ITER-Projekts nutzen werden. Europa ist führend in der Fusionsforschung und wird es wohl mit einem europäischen Standort weiterhin bleiben. Auch die Fusionsforscher im Forschungszentrum Jülich, das über internationale Kooperationen am ITER-Projekt beteiligt ist, zeigten sich über die Nachricht erfreut: "Das Angebot für einen Projektstandort bedeutet für die Kernfusion einen wichtigen Fortschritt", erläutert Prof. Ulrich Samm vom Jülicher Institut für Plasmaphysik. "Die Ergebnisse, die von ITER zu erwarten sind, werden Meilensteine in der Energieforschung darstellen, wenn sich beweisen lässt, dass kontrollierte Kernfusion tatsächlich eine neue Option zur Energieversorgung ist. Dann endlich können wir die Früchte Jahrzehnte langer Arbeit ernten."

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.fz-juelich.de/aktuelles/pressemitteilungen.html

Siehe auch Kernphysik und Teilchenphysik bei MM-Physik www.schulphysik.de


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