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3. März 2000 © Schulphysik">email: Schulphysik

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Rüstungskontrolle

Deutsche Physikalische Gesellschaft warnt vor Blockade
der internationalen Rüstungskontrolle

Pressemitteilung Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), 23.Feb.2000
von Walter Iser






Die nukleare Abrüstung ist offensichtlich in eine Sackgasse geraten. Ein negatives Signal setzte zuletzt der US-Senat, als er im vergangenen Oktober den Comprehensive Test Ban Treaty (CTBT) ablehnte - dieses Abkommen verpflichtet die Beitrittsstaaten zum Verzicht auf alle Kernexplosionen. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) hat sich immer wieder nachdrücklich für einen umfassenden Atomteststoppvertrag eingesetzt. Jetzt ruft sie den US-Senat auf, seine Haltung zu überdenken und appelliert an Russland, China, Israel und den Iran, dem Vertrag beizutreten. Die Resolution der DPG ist verfügbar unter http://www.dpg-physik.de/dpg/veroef.htm (Rubrik "Stellungnahmen"). Nach dem Entschluss des US-Senats wird es immer unwahrscheinlicher, dass sich die Staatengemeinschaft auf eine wirksame nukleare Rüstungskontrolle einigen kann. Da der Atomteststoppvertrag CTBT erst dann in Kraft tritt, wenn er von den USA sowie allen 43 weiteren Teilnehmern der Genfer Abrüstungskonferenz ratifiziert worden ist. Die europäischen Atommächte und auch Deutschland sind dem Vertrag bereits beigetreten, doch aus dem Kreis der entscheidenden Länder haben erst 26 das Abkommen völkerrechtlich anerkannt. Neben dem CTBT sind weitere Bereiche der Rüstungskontrolle in der Schwebe: - Die Verabschiedung des START-II-Vertrages durch die russische Duma. - Die Sicherung des ABM-Abkommens zwischen den USA und Russland. Eine Entscheidung über ein landesweites Raketenabwehrsystem für die USA ("SDI Light") wird für diesen Sommer erwartet. Ein solche Entwicklung würde den jetzigen Vertrag verletzen. - Die Einführung einer internationalen Obergrenze für die Produktion von hochangereichertem Spaltmaterial ("Fissile Material Cut-off"). - Die sichere Lagerung und Vernichtung von waffenfähigem Material in der Russischen Föderation und in den USA. Angesichts dieser Lähmung der nuklearen Rüstungskontrolle sollte die Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages - sie findet im nächsten Mai in New York statt - dazu genutzt werden, die nukleare Abrüstung wieder energisch voranzutreiben. Termine zum Thema: Der Arbeitskreis "Physik und Abrüstung" der DPG organisiert zusammen mit dem "Forschungsverbund Naturwissenschaft, Abrüstung und internationale Sicherheit" (FONAS) am Mittwoch, den 22. März, 16:00 Uhr, im Berliner Magnus-Haus, Am Kupfergraben 7 ein Fachgespräch zwischen hochrangigen Wissenschaftlern und Politikern, mit Beteiligung des Botschafters Klaus Neubert, Beauftragter der Bundesregierung für Abrüstung und Rüstungskontrolle. Referenten: Richard L. Garwin (Council of Foreign Relations, New York, USA) ist einer der führenden Rüstungskontrollexperten der USA. Er war Mitglied des "Science Advisory Committess" des US-Präsidenten. Theodore A. Postol (Leiter des Security Studies Program am MIT bei Boston, USA)

 

Im Rahmen der 64. Physikertagung in Dresden finden verschiedene Vorträge zur Rüstungskontrolle und Abrüstung statt, so zum Beispiel am:
Donnerstag, den 23. März 9:00 Uhr, Hörsaal 01 des Hörsaalzentrums der TU Dresden, Bergstraße 64 Richard L. Garwin: "Perspectives of Nuclear Disarmament" 14:00 Uhr, Raum G38 von Gerber-Bau der TU Dresden, Bergstraße 53
Richard L. Garwin: "National Missile Defense and its Consequences for the ABM Treaty" 15:00 Uhr, Raum G38 von Gerber-Bau der TU Dresden, Bergstraße 53
Theodore A. Postol: "Countermeasures and National Missile Defense" Freitag, den 24. März 11:15 Uhr, Raum G38 von Gerber-Bau der TU Dresden, Bergstraße 53
Heiner Horsten (Auswärtiges Amt): "Grundelemente eines Fissile Material Cut-Off Vertrags aus deutscher Sicht"

  Deutsche Physikalische Gesellschaft Pressestelle c/o Iser & Putscher GmbH
Telefon 02224-95 195 18 Fax 02224-95 195 19 E-mail: pr.dpg@iser-putscher.de


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Die Aversion gegen die Kernenergietechnologie ist nicht nur Folge undefinierter Ängste vor unsichtbaren Gefahren duch Strahlung und dem Wunsch nach noch sicherem Leben in relativ sicheren, kriegsfreien Zeiten sondern hat auch tiefe Wurzel in der Furcht vor den Kernwaffenwirkungen in Hiroshima und Nagasaki in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs. Das nukleare Patt zwischen den Großmächten brachte uns (nach Gorbatschow) eine lange Friedenszeit und doch tut Abrüstung not, lauern doch immer noch unzählige Waffen in den Abschußbunkern.
Unter Kernphysik finden Sie auch vieles zu den Entscheidungen der Physiker der damaligen Zeit. Aber bedenken Sie bitte - im Nachhinein weis man alles besser und zweitens steht unsere Jugend heute auch nicht an der Front.
Auf jeden Fall sind die ABC- Waffen heute immer noch die weit größere Gefahr als die Kernkraftwerke. Biologische Waffen haben eine immense Reichweite und ich hoffe nur, daß nicht mal ein alterschwaches Fass durchrostet oder eine (der auch heute noch produzierenden Anlagen) "hochgeht".

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