Aktuelle Geophysik
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14. April 2002 1 © Schulphysik">email: Schulphysik

Verschiedene aktuelle Pressemitteilungen 
Roermond-Erdbeben vor 10 Jahren, UniKöln, 05.04.2002
20 Jahre Tiefe Geothermie in Deutschland Geotherm. Vereinigung, 11.04.2002
 Verschwundenes europäisches Fluss- Delta, NWO, 18.03.2002 
Vor zehn Jahren, am 13. April 1992, ereignete sich für das Rheinland bei Roermond ein "Jahrhundert-Beben".
Es gab damals keine Vorbeben und auch sonst keine ungewöhnlichen Anzeichen. Völlig überraschend fand am 13. April 1992 um 3.20 Uhr Ortszeit in der Niederrheinischen Bucht ein Erdbeben statt. Mit einer Stärke von 5,9 auf der Richter-Skala war das energiereichste Erdbeben in dieser Region im 20. Jahrhundert. Im Herdgebiet zwischen Roermond, Herkenbosch, Heinsberg und Oberbruch wurden mehr als 500 Gebäude beschädigt. Versicherungen summierten den Gesamtschaden auf weit über 100 Mio. Euro. In diesem Zusammenhang stellen sich viele Fragen. War das ein einmaliges Ereignis oder kann sich so etwas wiederholen? Kann es noch schlimmer kommen? Was haben wir vom 13. April 1992 gelernt? Die Erdbebenstation der Universität zu Köln bietet Ihnen zusammen mit dem Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der Ruhr-Universität Bochum am Freitag, dem 12. April 2002, um 10.30 Uhr in den Räumen der Erdbebenstation Bensberg Vinzenz-Pallotti-Str. 26 51429 Bergisch Gladbach (Moitzfeld) Gelegenheit, sich eingehend über das Thema Erdbeben/Seismologie zu informieren.
http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/

 

20 Jahre Tiefe Geothermie in Deutschland
Von der Wärme zum Strom. 7. Geothermische Fachtagung in Waren / Müritz Wenn man einmal von solchen Anlagen absieht, die vornehmlich balneologischen Zwecken dienten, begann die Ära der geothermischen Heizwerke Anfang der 80er Jahre in Waren an der Müritz. Bereits 1980 hatte man dort mit intensiven Arbeiten zur Nutzung der geothermischen Ressource begonnen. 1981 wurde eine erste Bohrungsdublette - noch zu Forschungszwecken - abgeteuft. 1982 starteten die erfolgreichen Testreihen zur Förderung und Reinjektion - die Geburtsstunden der modernen tiefen Geothermie in Deutschland. Im Ergebnis führten diese 1984 zur Inbetriebnahme der ersten geothermischen Heizzentrale. Die Anlage wurde bis Mitte der 90er Jahre grundlegend saniert. In die 1986 abgeteufte zweite Reinjektionsbohrung wird seit 16 Jahren erfolgreich ausgekühltes Thermalwasser reinjiziert - unter vergleichbaren geologischen Bedingungen eine weltweit einmalige technische Leistung. Das umfangreiche Know-how, welches beim Betrieb der Anlage angesammelt wurde, ist für die Weiterentwicklung der Geothermie in Deutschland insgesamt von großer Bedeutung gewesen. Auf der Basis der damaligen grundlegende Forschungsergebnisse konnte die Technologie zur Nutzung warmer oder heißer Tiefenwässer für die Wärmeversorgung in den folgenden beiden Jahrzehnten ständig verbessert werden. Sie führten zu weiteren neuen geothermischen Heizwerken (Neubrandenburg, Neustadt-Glewe im Norden oder Erding, Straubing oder Simbach / Braunau im Süden) mit denen heute Tausende von Wohneinheiten mit umweltfreundlicher Wärme versorgt werden. In Unterschleißheim bei München befindet sich derzeit eine weitere Anlage in Bau. Die aus dem Anlagenbetrieb und den begleitenden Forschungsarbeiten gewonnen Erkenntnisse sowie Verbesserungen in der Turbinentechnik führten u a. zu dem Ergebnis, dass Thermalwasserressourcen zumindest in einigen Regionen auch für die Erzeugung von Strom genutzt werden können. Daraus entstand als erstes Pilotvorhaben das ORC-Kraftwerk in Altheim/Oberösterreich. ORC-Turbinen können bereits bei Temperaturen ab 100 °C eingesetzt werden und eröffneten der Geothermie auch außerhalb der klassischen (vulkanisch gebundenen) Regionen neue Perspektiven. Parallel zu dem in Waren angestoßenen Aufbruch, entwickelte sich mit der sogenannten Hot-Dry-Rock-Technologie (HDR) ein weiterer Forschungszweig, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Energie aus der Tiefe für die Stromversorgung unabhängig von Thermalwasser- oder Dampflagerstätten nutzen zu können. In diesem Bereich gelang den europäischen Forschungsgruppen in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die entscheidenden Durchbrüche. Es zeigte sich dann auch, dass beide Entwicklungslinien, Strom aus Thermalwasser und Hot-Dry-Rock, voneinander profitieren können. Diese mündeten schließlich 2001 in ein ambitioniertes Forschungsprogramm zur geothermischen Stromerzeugung im Rahmen des Zukunfts-Investitions-Programms (ZIP) der Bundesregierung, das von den Ministerium für Wirtschaft und Technologie und vom Bundesumweltministerium getragen wird. Mit der Aufnahme geothermischen Stroms in das Erneuerbare-Energien-Gesetz ergab sich gleichzeitig für mögliche Investoren eine sichere wirtschaftliche Basis zur Realisierung von geothermischen Kraftwerken. Dies alles war für die Geothermische Vereinigung Grund genug mit der 7. Geothermischen Fachtagung vom 06.-08.11.2002 an den Ursprungsort nach Waren zurückzukehren. Diese Fachtagungen finden im zweijährigen Turnus statt und befassen sich mit dem gesamten Spektrum der Nutzung der Erdwärme. Das Thema der Tagung 20 Jahre Tiefe Geothermie in Deutschland ist zunächst eine Gelegenheit Bilanz zu ziehen und das Erreichte kritisch zu bewerten. Vor allen Dingen aber ist es aber wie immer auch der Anlass, neue Entwicklungen, Trends und Zukunftsperspektiven zu präsentieren und zu diskutieren. Call for Papers Die Geothermische Vereinigung ruft daher dazu auf, Beiträge zu dieser Tagung anzumelden und entsprechende Kurzfassungen (Abstracts) einzureichen. Die Veranstalter behalten sich vor, eine Auswahl zu treffen bzw. alternativ eine Präsentation als Poster anzubieten. Es können Vorträge zu allen geothermischen Themenbereichen eingereicht werden, insbesondere jedoch zu Technologien, Projekte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geothermischer Stromversorgung Exportperspektiven, Projektmanagement, Finanzierungen Neue Forschungsvorhaben, Forschungsergebnisse Betriebserfahrungen Speichertechnologien Wirtschaftliche und technologische Trends in der oberflächennahen Geothermie Entwicklungen in der Bohrtechnik, Messverfahren Neue Projekte Neue technologische Entwicklungen Innovative Projektideen, Konzepte und Projektskizzen Letzter Eingangstermin ist der 04.05.2002 Programmausschuss Dipl.-Geol. Claudia Holl-Hagemeier Prof. Dr. Horst Rüter Dr. Burkhard Sanner Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.geothermie.de Geschäftsstelle der Tagung 7. Geothermische Fachtagung c/o Geothermische Vereinigung Gartenstr. 36 49744 Geeste Tel.: +49 (0)5907 545 Fax: +49 (0)5907 7379 Email: info@geothermie.de

 

Niederländische Organisation für wissenschaftliche Forschung - NWO, 18.03.2002
Verschwundenes europäisches Delta sagt Zukunft derzeitiger Flüsse voraus
Niederländische Geowissenschaftler aus Delft haben die Absatzmuster des größten Flusses, den Europa je hatte, festgelegt. Zum ersten Mal wurde der europäische Urfluss Eridanos insgesamt studiert. Die Untersuchung am Millionen Jahre alten Delta hilft bei der Vorhersage der Langfristdynamik der derzeitigen Flusse. Vor zwölf Millionen Jahren floss der Eridanos durch die jetzige Ostsee Skandinavien, Nordpolen und Deutschland entlang, über Dänemark und die Niederlande bis in das jetzige Nordseebecken. Dort bildete sich ein riesiges Delta, das die ganze Nordsee in Anspruch nahm. Vor circa einer Millionen Jahre während der Eiszeiten zerstörte Landeis den Fluss und entstand die Nordsee und die Ostsee. Geologen aus Delft rekonstruierten die Absatzmuster des Eridanos-Delta anhand seismischer Daten. Ab einem Schiff in der Nordsee schickten Geophysiker Schallwellen in den Boden. Hydrophone fingen den Wiederhall der Schallwellen auf. Mathematische Bearbeitung ergab seismische Linien, die zu Karten der Schichten interpoliert werden konnten, die der Eridanos abgesetzt hat. Die Karten verleihen Einblick in den Verlauf des Eridanos. Als die Geologen die Kartendaten mit Klimadaten der vergangenen neun Millionen Jahre verglichen, entdeckten sie, dass das Klima den Fluss beeinflusst hat. In einem warmen, feuchten Klima landete relativ wenig Sediment im Fluss. In kalten und trockenen Klimas musste der Fluss viel Sediment verarbeiten. In solchen Perioden erodieren die Böschungen nämlich schnell, sodass Flussgraben verschlammen und sich das Flussmuster ändert. Die Ergebnisse der Untersuchung bilden die Basis für die Entwicklung numerischer Modelle, die die Flussdynamik über Zeiträume von Hunderte von Jahren voraussagen. Die Modelle können bei der Beantwortung von Fragen wie "Wie entwickelt sich das niederländische Delta, wenn sich das Klima ändert?" und "Haben Klimaänderungen Folgen für Naturentwicklungsprojekte entlang den niederländischen großen Flüsse?" helfen. Die Untersuchung fällt unter die NEESDI. Dies ist ein großes, von der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) finanziertes Gemeinschaftsprojekt der niederländischen Fakultäten Geowissenschaften. NEESDI steht für Netherlands Environmental Earth System Dynamics Initiative. Das niederländische Institut für Angewandte Geowissenschaften (NITG-TNO) hat die Daten zur Verfügung gestellt. Nähere Informationen bei Dr. Irina Overeem (Technische Universität Delft, Technische Geowissenschaften, inzwischen am Institute for Arctic and Alpine Research in Boulder, Colorado, USA tätig) Tel. 001 303 735 0376 (dort ist es acht Stunden früher als in Deutschland), Fax 001 303 492 6388, Email: i_overeem@yahoo.com oder irina.overeem@colorado.edu . Die Promotion fand am 18. März statt, Promotor war Prof. Dr. S.B. Kroonenberg

 

Die Animation wurde vereinfacht und
gekürzt aus dem Material von
Ch. R. Scotese, PALEOMAP Project
Uni. Texas at Arlington
erstellt

 

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