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Studienkredite - Studiumfinanzierung - |
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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren. Zuerst sollten Sie sich auf jeden Fall überlegen, ob sich das Studium nicht von Ihren eigenen Ersparnissen bezahlen lässt. Möglicherweise können Ihnen auch die Eltern oder andere Verwandte unter die Arme greifen. Das hat den Vorteil, dass nach dem Studium normalerweise kein Geld zurückgezahlt werden muss. Wenn die finanzielle Unterstützung durch die Eltern nicht ausreicht, besteht die Möglichkeit, sich mit einem Nebenjob etwas Geld dazuzuverdienen. Genügt das noch immer nicht, scheuen Sie sich nicht, BAföG zu beantragen. Auf diese staatliche Förderung hat jeder Student ein Anrecht. Eine weiterer Weg, sein Studium zu finanzieren, sind Stipendien. In vielen Fällen lassen diese sich mit dem BAföG kombinieren. Einen Studienkredit sollten Sie nur aufnehmen, wenn keine dieser Möglichkeiten in Betracht kommt. Denn er birgt von allen Varianten die meisten Risiken.
Einer der Nachteile eines Studienkredits ist, dass man am Ende des Studiums vor einem Schuldenberg steht. Man muss nämlich nicht nur das geliehene Geld zurückzahlen, sondern auch die Zinsen dafür. So können schnell mehrere zehntausend Euro zusammenkommen. Außerdem verlangt die Bank in der Regel ein Jahr nach dem Abschluss ihr Geld zurück. Dabei spielt es für sie keine Rolle, wie viel man dann verdient und ob man überhaupt schon einen Job gefunden hat.
Im Gegensatz zu Studienkrediten müssen Stipendien meistens nicht zurückgezahlt werden. Beim BAföG bekommen Sie immerhin die Hälfte geschenkt. Die andere Hälfte müssen Sie zurückzahlen. Unter bestimmten Umständen erlässt Ihnen das Bundesverwaltungsamt (BVA) jedoch einen weiteren Teil der BAföG-Schulden. Das passiert zum Beispiel bei einem sehr guten Abschluss oder wenn auf einen Schlag ein bestimmter Betrag zurückgezahlt werden kann. Außerdem müssen BAföG-Empfänger in jedem Fall höchstens 10.000 € zurückzahlen. Das alles trägt dazu bei, die Schulden zu begrenzen. Nach der letzten Rate bleiben Ihnen fünf Jahre Zeit, bevor Sie anfangen müssen, das BAföG zurückzuzahlen. Dazu überweisen Sie jedes Quartal mindestens 315 € an das BVA. Bekommt jemand nicht genug oder gar kein BAföG, kann er über einen Kredit nachdenken. Dazu sollte man sich zuerst an die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wenden. Hier gibt es günstigere Konditionen als auf dem freien Markt. Nachdem Sie das erste Mal Geld bekommen haben, lässt Sie die KfW vier Jahre lang in Ruhe. Erst danach beginnt die Rückzahlung in Raten zu 360 € im Quartal. Einen Rechtsanspruch auf den Kredit vom Staat gibt es aber nicht. Dafür können Sie ihn, ebenso wie das BAföG, jederzeit durch Sonderraten schneller zurückzahlen. Das ist nicht bei allen Studienkrediten problemlos möglich.
Wer sich für sein Studium Geld von der Bank leiht, muss dafür Zinsen zahlen. Je nach Kreditinstitut sind diese unterschiedlich hoch und liegen zwischen 5 und 10 Prozent. Oft sind die Zinssätze variabel. Das bedeutet, sie passen sich während der Laufzeit dem Marktniveau an. Dadurch kann man sich bei der Kreditaufnahme kaum ausrechnen, wie hoch die Belastung am Ende sein wird. In manchen Fällen steigen die Zinsen sogar noch einmal, wenn man den Kredit zurückzahlen muss. Dieses Problem haben Sie bei anderen Formen der Studienfinanzierung nicht. Für BAföG und Stipendien fallen überhaupt keine Zinsen an. Dasselbe gilt auch, wenn die Eltern das Studium finanzieren. Die Zinssätze der KfW sind oft niedriger als die der Privatbanken. Außerdem können die Zinsen hier bis zur Rückzahlung gestundet werden. Das bedeutet, dass sie zwar von Anfang an berechnet werden, Sie sie aber erst bezahlen müssen, wenn Sie den Kredit tilgen.
Niemand verleiht einfach so Geld. Um sicherzugehen, dass man es auch zurückbekommt, werden Sicherheiten gefordert. Das ist auch bei Studienkrediten nicht anders. Bei einigen werden beispielsweise Häuser, Aktien, Konten und andere Wertsachen verlangt. Manchmal genügt aber auch eine Bürgschaft. Dabei bürgt eine dritte Person dafür, dass Sie den Ratenkredit zurückzahlen. Wenn dabei Probleme auftauchen, übernimmt der Bürge zunächst einmal Ihre Schulden. Er wird sich das Geld allerdings sicherlich von Ihnen zurückholen. Beim KfW-Kredit übernimmt der Staat eine solche Bürgschaft für Studenten. Sogar Stipendiengeber wollen sich absichern. Um von ihnen gefördert zu werden, müssen Bewerber in der Regel sehr gute Noten haben. Man geht davon aus, dass sie dann später auch einen guten Job finden werden. Selbst, wenn das Stipendium selbst nicht zurückgezahlt werden muss, hoffen viele Stiftungen und Verbände nämlich auf eine Spende von ihren Geförderten. Außerdem wollen sie ihre Fördermittel natürlich möglichst rentabel einsetzen. Eine Ausnahme ist nur das BAföG. Der Staat hat es eingeführt, damit jeder junge Mensch in Deutschland studieren kann. Es soll nicht daran scheitern, dass die Eltern nicht genug verdienen, um ihn finanziell zu unterstützen. Aus diesem Grund hat auch jeder, der bestimmte Bedingungen erfüllt, einen Anspruch auf BAföG. Man muss also keine Sicherheiten erbringen. Allerdings wird verlangt, dass Sie zügig studieren und regelmäßig Ihre Scheine vorlegen.
Ein Studienkredit birgt viele Risiken. Deshalb sollte man ihn nur aufnehmen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Wenn alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten entweder nicht in Frage kommen oder nicht ausreichen, bleibt nur der Weg zur Bank. Dort gibt es zahlreiche verschiedene Angebote. Deshalb ist es ratsam, Informationen von verschiedenen Kreditinstituten einzuholen und diese in einem zu vergleichen (beispielsweise auf Kreditvergleich.com). Die Konditionen können sich zum Teil deutlich unterscheiden. Sie sollten stets im Blick behalten, dass Sie der Bank das geliehene Geld mit Zinsen zurückzahlen müssen. Nehmen Sie also nur so viel auf, wie Sie für das Studium und Ihren Lebensunterhalt unbedingt brauchen. Vielleicht lässt sich ja auch ein Teil der Kosten durch einen Nebenjob oder Geld von den Eltern decken. Außerdem sollte man mit dem Kredit sparsam leben. Ansonsten besteht die Gefahr, am Ende mit der Rückzahlung überfordert zu sein und sich zu verschulden.